Die Junge Union Rheingau-Taunus hat sich in einem offenen Brief zur Schuldigitalisierung an Landrat Frank Kilian gewandt. Der Landkreis habe durch mangelnde Prioritätensetzung das Thema Schuldigitalisierung vernachlässigt und damit in Zeiten der Pandemie Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler im Landkreis fahrlässig verspielt.

„Anstatt frühzeitig die zur Verfügung stehenden Fördermittel abzurufen und damit sicherzustellen, dass die Schulen im Rheingau-Taunus-Kreis ordentlich ausgestattet sind, stehen die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und auch die Lehrerinnen und Lehrer seit Monaten mit dem Rücken zur Wand. Durch unterschiedliche Förderprogramme stehen die Mittel schon lange zur Verfügung – der Kreis ruft diese als Schulträger jedoch nicht ab. Als Chef der Kreisverwaltung steht der Landrat hier in der Verantwortung“, so der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Lukas Brandscheid, der auch JU-Spitzenkandidat für den Kreistag ist.

Bereits am Wochenende hatte die Junge Union kritisiert, dass der Rheingau-Taunus-Kreis bisher lediglich 1,5% der zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Digitalpakt Schule abgerufen hat. Der Nachbarlandkreis Limburg-Weilburg stehe im gleichen Zeitraum bei knapp 60% abgerufenen Fördermitteln, die Stadt Wiesbaden bei mehr als 90%. „Im hessenweiten Vergleich ist der Rheingau-Taunus-Kreis Schlusslicht im Bereich der Schuldigitalisierung, die Bilanz ist fatal“, kommentiert Sebastian Willsch, der als Mitglied der Jungen Union Rheingau-Taunus dem Kreistag angehört.

Als Reaktion auf diese Kritik hat die Kreisverwaltung ein eigenes Statement auf Facebook veröffentlicht und zudem unter dem Beitrag der Jungen Union kommentiert. „In unserem offenen Brief fragen wir den Landrat deswegen, ob es gängiges Vorgehen der Kreisverwaltung ist, sich unter Beiträgen von politischen Organisationen per Kommentar zu äußern. Zudem erweckt der Kommentar der Verwaltung den Eindruck, wir hätten Fehlinformationen verbreitet, auch hier bitten wir um Aufklärung, da unsere Informationen natürlich vorab überprüft sind“, so der Brandscheid weiter. Aus Sicht der Jungen Union stelle sich die Frage, ob die Kreisverwaltung überhaupt genau über den eigenen Sachstand bescheid wisse. „Dennoch bin ich der Kreisverwaltung für das Statement dankbar. Auch wenn die Intension sicherlich eine andere war, hat sie die eigenen Defizite offengelegt: Lediglich sechs der 46 Schulen im Rheingau-Taunus-Kreis, deren Träger der Kreis ist, verfügen über eine WLAN-Anbindung. Hinzu kommen 2.100 iPads, die im letzten Jahr durch im Rahmen eines kurzfristigen Sonderprogrammes des Landes angeschafft worden sind und leider noch immer nicht den Weg in die Schulen gefunden haben, sind die magere Ausbeute der Digitalisierungsbemühungen. Stattdessen staut sich alles in der Kreisverwaltung“, konstatiert Brandscheid abschließend.

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